Skorpione sind Jäger und wollen ihre Beute selbst fangen. Daher sollten sie im Terrarium möglichst mit lebenden Futterinsekten ernährt werden.

Fressverhalten von Skorpionen in der freien Natur

Skorpione sind in der freien Natur Jäger, die sich ihre Beute selbst fangen. Je nach Art zählen zum Beispiel Insekten, Spinnentiere, Schnecken oder kleinere Wirbeltiere wie zum Beispiel Schlangen, Nager oder Eidechsen zur ihrer Nahrung. Viele Arten fressen sogar andere Skorpione – sowohl Exemplare der eigenen Art als auch andere Skorpionarten.

Während die meisten Skorpione ihrer Beute auflauern, jagen einige Arten ihre Beute aktiv. Diese aktiven Jäger sind meist schlanke Tiere, die ein sehr starkes Gift produzieren. Einige Skorpione können sogar fliegende Insekten fangen.

Wenn der Skorpion ein Beutetier erwischt hat, werden zunächst die sogenannten Pedipalpen, die Fangarme mit Scheren, eingesetzt. Wehrt sich das Beutetier weiterhin, wird der Stachel in Sekundenschnelle nach vorne geführt und injiziert Gift in das Opfer. Anschließend zerkleinert der Skorpion seine Nahrung mit den Kieferklauen. Mithilfe von Enzymen wird die Beute gleichzeitig vorverdaut und kann danach als flüssiger Brei eingesaugt werden. Der gesamte Vorgang dauert oft mehrere Stunden.

Fütterung im Terrarium

Im Terrarium sollten möglichst die natürlichen Lebensbedingungen der Skorpione nachgeahmt werden, daher ist es sinnvoll, lebende Insekten wie zum Beispiel Heimchen, Grillen, Heuschrecken oder Mehlwürmer zu verfüttern. Große Arten sind sogar in der Lage, Babymäuse zu vertilgen. Allerdings sollte man bei zu großen Futtertieren wie Amphibien oder Wirbeltieren vorsichtig sein, denn oft bleibt ein großer Teil des Kadavers letztendlich liegen und es muss eine komplette Reinigung des Terrariums vorgenommen werden. Auch Insekten aus dem eigenen Garten sollten nicht verfüttert werden, da diese mit schädlichen Stoffen belastet oder giftig für den Skorpion sein könnten.

Achten Sie bei der Fütterung darauf, dass die Größe der Beutetiere an die Größe des Skorpions angepasst ist: Ein kleiner Skorpion darf nicht mit zu großen, lebenden Insekten gefüttert werden. Wenn nicht immer lebende Futtertiere zur Verfügung stehen, können zur Not auch tote Insekten oder rohes Fleisch gereicht werden. Wichtig ist, dass die Spinnentiere abwechslungsreich ernährt werden und nicht immer die gleichen Insektenarten vorgesetzt bekommen. Nicht gefressene Futtertiere müssen nach einigen Tagen aus dem Terrarium entfernt werden.

Wie oft und wann soll ich füttern?

Skorpione können etwa drei bis fünf Monate ohne Nahrung überleben. Manche Arten sollen sogar bis zu zwei Jahre hungern können, denn ihr Stoffwechsel verbraucht kaum Energie. Daher müssen Skorpione nicht übermäßig häufig gefüttert werden: Ein bis zwei Heimchen oder Heuschrecken pro Woche sind für einen Skorpion völlig ausreichend. Anderen Empfehlungen zufolge müssen Skorpione sogar nur zweimal im Monat gefüttert werden.

Wie viel Nahrung ihr Skorpion tatsächlich benötigt, hängt auch davon ab, ob es sich um ein Jungtier in der Wachstumsphase oder um ein erwachsenes Tier handelt: Jungtiere müssen prinzipiell mehr Futter erhalten. Einen hungrigen Skorpion erkennen Sie daran, dass dieser mit erhobenen, geöffneten und nach vorne gerichteten Pedipalpen im Höhleneingang steht und auf Beute wartet. Die beste Fütterungszeit ist der frühe Abend, da Skorpione nachtaktiv sind und sich tagsüber verstecken.

Wenn Skorpione die Nahrungsaufnahme verweigern, ist das nicht unbedingt ein Grund zur Sorge: Es kann einfach daran liegen, dass sie keinen Hunger haben oder trächtig sind. Ein weiterer möglicher Grund ist jedoch, dass die Temperatur im Terrarium zu niedrig ist. In diesem Fall sollten Sie möglichst schnell dafür sorgen, dass die richtige Temperatur wiederhergestellt wird.

Trinkschale

Ihr Skorpion braucht zudem immer Zugang zu Trinkwasser. Stellen Sie dafür am besten eine flache Schale mit Wasser in eine Ecke des Terrariums.

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