Hausesel sind entgegen vieler Vorurteile intelligente und neugierige Tiere, die viel Abwechslung brauchen. Hier steht, was sie bei der Haltung beachten sollten.

Unser Hausesel stammt vom Afrikanischen Esel ab, der ursprünglich in Nordafrika und Vorderasien verbreitet war. Heute leben jedoch nur noch einige hundert Exemplare der Wildform auf dem afrikanischen Kontinent. Esel wurden von den Menschen viel früher als Reit- und Lasttiere genutzt als Pferde: Schon etwa 4.000 vor Christus domestizierten die alten Ägypter wildlebende Esel. Auch heute noch müssen Esel aufgrund ihrer Zähigkeit häufig große Lasten transportieren – dabei können sie eigentlich nur etwa 20 Prozent ihres Körpergewichts tragen und sterben durch die Belastung meist sehr früh.

Aussehen und Verhalten

Charakteristisch für das Aussehen von Eseln sind die Stehmähne und der in einer Quaste endende Schwanz. Das Fell der Vierbeiner kann grau, schwarz, braun, rötlich oder gescheckt sein, weiße Esel sind dagegen ausgesprochen selten. Je nach Rasse werden Esel zwischen 90 und 160 Zentimeter groß (gemessen an der Schulter). Mit einem Höchstalter von etwa 30 bis 40 Jahren werden sie sogar älter als Pferde.

Esel werden im Volksmund oft als dumm und störrisch bezeichnet. Diese Beschreibung wird den neugierigen Vierbeinern jedoch keineswegs gerecht. Vielmehr sind Esel sehr vorsichtige Tiere, die bei Gefahr erst einmal inne halten und abwarten. Eine solche Reaktion ist in der felsenreichen Heimat der Esel überlebenswichtig: Es wäre viel zu riskant, auf dem unebenen und steinigen Boden bei Gefahr blindlings loszulaufen. Esel sind darüber hinaus gesellig, geduldig und zäh. Sie können sehr viel länger ohne Wasser und Nahrung überleben als Pferde.

Die richtige Haltung von Hauseseln

In der freien Wildbahn leben Esel in Herden zusammen und sollten daher niemals allein gehalten werden. Zwar verstehen sich Hausesel mitunter auch mit Pferden und sogar mit Ziegen und Schafen. Doch wirklich glücklich sind sie nur in der Gesellschaft von Artgenossen, mit denen sie kommunizieren, raufen oder Fellpflege betreiben können.

Esel brauchen Auslauf und legen auf der Nahrungssuche in der freien Natur bis zu 17 Kilometer täglich zurück. Die Haltung von Eseln ist daher nur möglich, wenn ein großer Garten oder eine Weidefläche zur Verfügung steht! Jungtiere brauchen zudem mehr Platz als ausgewachsene Esel, da sie einen ausgeprägten Spieltrieb haben und gern toben und rennen.

Da Esel im Winter ein dickeres Fell bekommen, können sie ganzjährig im Freien gehalten werden. Sie benötigen jedoch in jedem Fall einen Stall oder Unterstand mit befestigtem Boden als Schutz vor Wind und Wetter oder starker Hitze. Am besten eignet sich ein frei zugänglicher Offenstall, der genug Platz für alle Tiere bietet.

Bedenken Sie bei der Haltung auch, dass Weiden bei unseren Wetterverhältnissen nur genutzt werden können, wenn es trocken ist. Nasser Morast oder gefrorene, hügelige Böden sind für Hausesel schlecht begehbar. Deshalb sollten Sie einen befestigten Trockenplatz aus Teer, Beton, Straßenkies oder Kunststoffplatten anlegen, der für zwei kleine bis mittelgroße Tiere mindestens eine Größe von 50 Quadratmeter aufweist.

Da die Hufe von Eseln an den felsigen, trocknen Boden ihrer Heimat angepasst sind, bekommen sie in unserem feuchten Klima häufig Risse und Löcher. Diese können im schlimmsten Fall dazu führen, dass sich Fäulnisherde bilden. Die Hufe sollten deshalb regelmäßig von einem Fachmann kontrolliert und gepflegt werden.

Hausesel brauchen Beschäftigung

Esel sind intelligente und sehr neugierige Tiere. Große Langeweile und Eintönigkeit kann bei ihnen zu Verhaltensstörungen führen. Um dem vorzubeugen, sollten Halter in erster Linie dafür sorgen, dass die Hausesel nicht allein auf der Weide stehen.

Darüber hinaus können Sie ein bisschen Abwechslung in das Leben der Tiere bringen, indem sie diese mit Geschicklichkeitsübungen, dem Tragen leichter Lasten oder Spaziergängen an der Hand sinnvoll beschäftigen. Die Arbeit mit den Vierbeinern nutzt nicht nur den Eseln, sondern fördert auch eine Vertrauensbeziehung zwischen Mensch und Tier.

Source